Aktuelle Ausstellungen

Ausstellungen 2017

Burg Klempenow ist als Standort für zeitgenössische professionelle Kunst etabliert. Die Struktur des Burgsaals ohne Fenster mit den sehr bewegten Umfassungsmauern ist eine starke Herausforderung für Künstlerinnen und Künstler. Erstaunlich und beglückend, wie Kunst der Gegenwart und der fragmentarische Körper eines historischen Zweckbaus einander eine Bühne geben. Das Kabinett im Westflügel dagegen bietet Stille, unkomplizierte klimatische Bedingungen und raumdruchflutendes Licht. Gezeigt werden Malerei, Grafik und Plastik und Kunsthandwerk.

Lotte Buch - vermiformis

Galerie Burg Klempenow Ausstellung 25. März bis 23. April 2017

Ausstellungseröffnung am Samstag, dem 25.3 um 16 Uhr.

Einführung: Walter G. Goes
Musik: Theo Jörgensmann, clarinet

Lotte Buch führt in ihrem Werk die Phantasie der Archäologin und das Können der Keramikerin zur künstlerischen Veranschaulichung des abstrakten Begriffs der Erinnerung zusammen.Die Wesenhaftigkeit des Scherbens spielt für die direkte Ansprache eine besondere Rolle. Ein Ereignis wird verschieden erinnert, je nach Blickwinkel wird eine andere Geschichte erzählt. Mit dem Vergehen der Zeit ist das Erinnerte einer Veränderung unterworfen.Die Objekte können so oder anders aufeinander bezogen werden; Gefäße der Erinnerung, die wie archäologische Fundstücke Neugier wecken und so vieles offen lassen; privates Archiv, geheimnisvoll miteinander verwandt-verzurrte Artefakte, so dünn wie Papier-hochgebranntes Porzellan, hart und verschlossen.

Lotte Buch lebt und arbeitet in Hirschburg, M-V

2006-2008 Studium, Klassische Archäologie u. Alte Geschichte, Universität Rostock | 2008-2010 Ausbildung, Keramikwerkstatt Johann Klünder, Ahrenshoop | 2010-2016 Studium Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle/Saale, Keramik/Plastik | 2013-2014 Mirma Sinan Güzel Sanatlar Üniversitesi Istanbul | 2016 Diplom, Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle | Austauschstipendium vom Künstlerhaus Lukas, Ahrenshoop für Malmö, Schweden


Dorle Stern-Straeter | Quilts

Ugi Radeloff | Metallgestaltung

29.4. - 11.06.2017

Ugi Radeloff hat sich schon als Jugendliche in einer Schmiede vom Metall und seiner möglichen Formbarkeit faszinieren lassen und ist dieser Faszination bis heute gefolgt. Zunächst wurde sie Goldschmiedin und hat dann an der Fachschule für angewandte Kunst Heiligendamm ihre Studien fortgesetzt. Nach einer Anstellung als Leiterin der Metallwerkstatt des damaligen Zentums Bildende Kunst Neubrandenburg arbeitet sie seit 1976 als freie Metallgestalterin. Man spürt die Berufung für ihr Metier. Zwischen Spiel und Strenge entstehen zweckgebundene und freie Arbeiten, wobei sich eine Vorliebe für das eigentlich unedle Aluminium entwickelt hat. Vom Handwerk, dem Formen, Schweißen, Treiben und Ätzen geht alles weitere aus. Das vergisst man leicht, sieht man die klaren, selbstverständlichen Formen, deren grafisch gestalteten Oberflächen jedes Ding zu einer einzigartigen Kostbarkeit macht. Die  Aufgabe, die Spanne zwischen künstlerischer Vision und handwerklicher Perfektion in überzeugender Weise auszuloten stellt sich mit jeder Arbeit neu. Ugi Radeloff beherrscht das immer wieder virtuos und vorbildhaft überzeugend. 

Dorle Stern-Straeter ist eine der renomiertesten Quiltkünstlerinnen Europas. Als Beteiligte und Jurorin großer internationaler Ausstellungen und Wettbewerbe, sowie durch ihre Tätigkeit in der deutschen Patchwork-Gilde, deren Gründungsmitglied sie ist, und als Leiterin vieler Workshops hat sie dafür gekämpft, dass dieser Bereich der Textilkunst als eigenständige Kunstform Anerkennung findet und sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Die Ausstellung in der Galerie Burg Klempenow gibt einen Einblick in verschiedene Schaffensphasen der heute fast 80-jährigen Künstlerin. Dabei sind die Quilts, die sie in der ganz individuell interpretierten Crazytechnik gearbeitet hat und die inzwischen zu ihrem Markenzeichen geworden sind, besonders stark vertreten. Die Liebe zum Stoff, ob aus Seide, Leinen, Baumwolle oder Samt, ob er farbig, uni, bedruckt oder bemalt ist, drückt sich u.a. in den unendlich scheinenden Variationen ihrer Kombination im einzelnen Block aus. Wie sich die Vielzahl dieser kleinen abstrakten Bildflächen in einem meist rasterartigen Gefüge gegenseitig steigern oder harmonisieren, wie die Quiltstiche die Materialität noch einmal in anderer Weise betonen, macht klar, wie weit sich Dorle Stern-Straeters Quilts von den praktischen dreilagigen Decken zu einer zeitgemäßen Form künstlerischen Ausdrucks entwickelt haben.

Zur Ausstellungseröffnung am 29.4. um 16 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.

Einführung: Heidemarie Tworke

Musik: Heinz-Erich Gödecke, Posaune und diverse Instrumente


Karlheinz Wenzel

Malerei

17.06. - 30.07.2017

Die Ausstellungseröffnung findet am 17.06. um 16 Uhr statt.

Laudatio: Dr. Simone Tippach-Schneider, Kunstwissenschaftlerin
Musik: Annette Werner-Wildenhain, Querflöte, Andreas Markowski,
Oboe und Anatoliy Mosyuk, Fagott
Solisten der Philharmonie Neubrandenburg

Jedesmal ist es ein beglückendes Ereignis, wenn Karlheinz Wenzel, von einer seiner Reisen heimgekehrt die Werke präsentiert, die im Nachklang seiner Erlebnisse von Licht, Landschaft und fremder Lebenswelten entstanden sind. Der Balkan, Mittelasien, nordische Küsten, Südfrankreich, aber auch immer wieder die Insel - und Boddenlandschaft um Ahrenshoop inspirieren sein Arbeiten. Die Bilderfindungen des Künstlers sind Reflexionen, Erinnerungen an das sinnliche Erleben von Stimmungen, Farben, Düften, Geräuschen. In virtuoser Leichtigkeit vollzieht sich ihre Verwandlung auf der Fläche; ein Augenschmaus. Von Interesse ist nur noch das Bild, die Malerei, die Komposition, der Rhythmus – ein Reigen feiner Farbspiele nuancenreicher Tonigkeit. Wenzels innere Bild von der Welt ist nicht geträumt. Unterströmungen, die sich nicht auf den ersten Blick offenbaren, entlassen den Betrachter in einer Verunsicherung, oft auch in melancholischer Heiterkeit.

In der kleinen Ausstellung ist nur ein kleiner Teil seines eindrucksvollen Werkes, Arbeiten auf Papier, zu sehen. Deshalb sei an dieser Stelle auf sein großes Wandbild im ehemaligen Hauptfoyer des Klinikums Neubrandenburg hingewiesen, das im Spannungsfeld subjektiver Äußerung und allgemeingültiger Aussage über die Gebundenheit menschlichen Lebens an die Zeit, in bestechender Qualität seines Gleichen sucht.

Arbeiten von Karlheinz Wenzel befinden sich in vielen privaten und öffentlichen Sammlungen:

Staatliche Kunstsammlugen Dresden | Museum Junge Kunst Frankfurt/Oder | Kunstsammlung Gera | Staatliche Galerie Moritzburg Halle | Museum der Bildenden Künste Leipzig | Kunstsammlung Neubrandenburg |

Landesversicherungsanstalt M-V, Neubrandenburg | Landratsamt Mecklenburg-Strelitz, Neustrelitz | Sparkasse Neubrandenburg-Demmin, Zentrum Bildende Kunst, Neubrandenburg | Museum der Stadt Neustrelitz | Museum Burg Querfurt | Kunstmuseum Razgrad, Bulgarien | Kunsthalle Rostock | Fritz-Reuter-Museum Stavenhagen

Karlheinz Wenzel | Südliche Landschaft | 1993 | Gouache | 54 x 73 cm

Karlheinz Wenzel | Südliche Landschaft | 1993 | Gouache | 54 x 73 cm


Jörg-Uwe Jacob, Malerei

Reinhard Buch, Plastik

Ausstellung 5. August bis 17. September 2017

Der Maler Jörg-Uwe Jacob und der Bildhauer Reinhard Buch sind sich während ihres Studiums an der Hochschule für Bildende Künste Berlin-Weißensee begegnet. In diesen Jahren betraten sie aus innerer Notwendigkeit Grenzräume. Die Bestätigung der eigenen Haltung war wichtig. Jeder folgt seiner Intension, das Interesse an der Arbeit des anderen blieb und ab und an trifft man sich, z. B. in einer gemeinsamen Ausstellung. Für beide mehr, als eine formal-ästhetisch interessante Schau künstlerischer Positionen.


Waldeslust | 2017 | Öl auf Leinwand | 130 x 140 cm

Jörg-Uwe Jacob

Die Möglichkeiten der Malerei. Die eigene Sprache. Keine äußere Vorgabe, keine Mode keine Tendenz. Kontrolliertes fließen lassen, Balance halten in der Spannung der Kontraste, die sich der Fläche bemächtigt. Gleichermaßen kraftvoller Akkord, Affekt und Temperatur bestimmend und hingebungsvolles Ausloten farblicher Differenziertheit.

Von der Pracht des Bildes angezogen, ist jedes Einladung an den Betrachter, der Bewegung des Malprozesses zu folgen, dabei Tiefe und Vielschichtigkeit der Farblandschaft zu ergründen.

Vita

1952 in Herzberg/Elster geboren |1975 -1980 Studium der Malerei und Grafik an der Kunst hochschule Berlin-Weißensee bei den Professoren Heinrich Tessmer und Hans Vent | 1980-82 Aspitantur an der kunsthochschule Berlin -Weißensee | seit 1982 freiberufliche Arbeit als Maler unsd Grafiker | 1984 Gründung des Künstlerkollegiums „Gestaltung und Werbung“ | 1994 Arbeitsstipendium der Stiftung Kulturfonds | 1998 – 99 Projekt für Freskomalerei | 2005 Teilnahme an den Hirschburger Werkstatttagen | 2007 Mitarbeit am Projekt „europeum, deutsche Fassade“ der Cité de la Création, Creative Stadt in Berlin -Hellersdorf | 2012/14 Arbeitsaufenthalte auf Sizilien


Reinhard Buch | Anordnung (Ausschnitt) | 2017 | Kunststoff, GFK | 200 x 550 x 210 cm

Reinhard Buch

hat als Student mit seiner ersten großen Arbeit ein Zeichen gesetzt, eine Behauptung des eigenen künstlerischen Wollens. Da seither viele seine Arbeiten im öffentlichen Raum einen Platz gefunden haben, ist es interessant festzustellen, dass er sich vom herkömmlichen Werkbegriff insofern gelöst hat, als er durch die Präsentation der Negativformen die Entwicklung der Form der Phantasie des Betrachters auferlegt. Darüber hinaus wird klar, dass diese Negativformen für sich betrachtet eine eigenständige vom Prozess des Gießens völlig unabhängige Gültigkeit haben können.

Vita

1954 geboren | 1975-1980 Studium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee bei den Professoren Schamal, Krepp, Henkel und Holland | 1980-81 Studium an der Budapester Hochschule für Schöne Künste bei Ivan Szábo | 1981 Mitarbeit in der Bronzegießerei Borchardt, Berlin, freiberufliche Arbeit als Bildhauer in Hirschburg | 1985 Gustav- Weidanz-Preis | seit 1990 Mitglied des Künstlerbundes M-V e.V. | 1992 – 2016 Lehraufträge an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, an der Ernst- Moritz-Arndt-Universität Greifswald und an der Freien Kunstschule Rostock | 1993 Initiator der Ausstellung „Konstellation '93“ in Hirschburg mit Künstlern aus Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern | 1993-2010 Studienreisen nach Italien, Griechenland, Frankreich, Argentinien, Spanien und Island | 1998 Bau des Großateliers Hirschburg |1992-2017 Teilnahme an nationalen und internationalen Wettbewerben für Kunst im öffentlichen Raum; zehn städtebauliche Wettbewerbe wurden gewonnen und realisiert | 2000/1/5 Hirschburger Werkstatttage zum Thema „Orten“ | 2007 Nominierung zum Rostocker Kunstpreis | 2009 Ausstauschstipendium des Künstlerhauses Lucas für das NES-Artist Residecy Skagaströnd (Island), gefördert durch das Land M-V | 2013 Eröffnung der Produzentengalerie „BlackBox“ auf dem Kunsthof Hirschburg | 2015/17 Zusammenarbeit mit der Gießerei Torgelow | Ausstellungen in Budapest, Wien, Blackburn, Uppsala, Kopenhagen, Skargastönd, München, Mannheim, Bonn, Dresden, Berlin, Schwerin, Wismar, Rostock, Hirschburg und Arneburg | zahlreiche Skulpturen befinden sich in öffentlichen Sammlungen: Nationalgalerie Berlin, Museum für Junge Kunst Frankfurt/Oder | Kunsthalle Rostock | Altmärkisches Museum in Stendal


Eberhard Hartwig

Handzeichnung, Malerei und Grafik

23.09. - 29.10.

Eröffnung am 23.09. 2017, 16 Uhr

mit einem Solokonzert von Uwe Kropinski, git.