Christina Rode

Hinter der Rinde
Skulpturen

23.09. - 28.10.2012

Zu schauen, was sich hinter dem Offensichtlichen verbirgt kann abenteuerlich, spannend oder ernüchternd sein, sich als Herausforderung erweisen oder neue Wege eröffnen. Vor Jahrhunderten haben Menschen Schriftzeichen auf dem Bast der Birke hinterlassen, das Holz der Eiche zum Einbaum umfunktioniert, Holz als Grundstoff zum Bau ihrer Behausungen genutzt, die Idee von höherer Instanz ins Holz geschnitten, auch um der Ewigkeit beizukommen, in deren Schatten der Mensch sein tatsächliches Maß zu erahnen begann.

Christina Rodes Hinwendung zu diesem besonderen Material geschah wahrscheinlich beim Spiel in frühen Kindertagen; sie hat es erkundet; die Oberfläche, die Struktur, die Farbe, den Duft, die Formbarkeit und nicht zuletzt auch beim Musizieren auf einer kleinen Holzflöte. In dieser Ausstellung laden Klangbaum und Saitenthron ein, Christina Rodes Kunst mit allen Sinnen zu begreifen, die Figurenlandschaft des Reliefs mit Auge und Hand zu ertasten, die Schwingungen der Saiten vom Kunstwerk aus Apfelholz im eigenen Körper zu spüren. Damit ist ein weiter Bogen gespannt, die beruflichen Anfänge als Facharbeiterin für Holztechnik, das Studium bei Professor Hans Brockhage in Schneeberg, Möbel-, Spielgeräte- und Wegzeichenbau einschließend, zu einem vielgestaltigen, feinsinnigen Werk figürlicher Plastik. Oft sind es Befindlichkeiten und Gestimmtheiten, Situationen, denen kaum Beachtung geschenkt wird, die Christina Rode mit ihrer Kunst ins Bewusstsein zurückholt und deren Bedeutung Raum gibt.

Während in der wirren Glut das Gras wächst,2012, Kiefer gekalkt, 162 cm