Rebecca Michaelis

… eine rosagelbe Linie, dann dunkel

Handzeichnungen, Malerei, Objekte

12.08. - 16.09.2012

Rebecca Michaelis hat sich mit dieser Ausstellung, ihre Liebe zur weißen Wand vergessend, auf das Abenteuer Burg eingelassen. Mit  Entdeckerfreude hat sie kleine Details im vielgestaltigen mittelalterlichen Baukörper aufgespürt, mit deren Grundformen sie auch in ihren großformatigen Gemälden spielt.

Über Stunden stillen Schauens hinaus bleibt die Freude an der Ergründung  ihrer Bildwelten ungebrochen. Der erste Eindruck von geometrischer Klarheit und Präzision ist nicht falsch, meint aber nur die Prismen und Rastersysteme der kaleidoskopähnlichen Kompositionen. Dahinter wird es weit und tief; ganz malerisch eröffnen sich Räume, Landschaften, Welten. Trotz der großen formalen Geschlossenheit sieht man sich einem vielfachen Wechsel der Perspektiven, Spiegelungen und Brechungen auf unterschiedlichen Ebenen ausgesetzt. Der Blick beginnt an ständig neuen Ausgangspunkten die Wanderung in die Tiefen des Bildes. Er findet keinen Weg, kein Geländer, keinen Haltepunkt - kein Ziel. Ihre  am Boden liegenden Objekte spiegeln Bildfragmente und Konstruktionsstrukturen des Dachstuhls. Alles hat mit allem zu tun.

4_10, 2010, Gouache und Tusche auf Papier, 29,7 x 21 cm